Salbei

Salvia officinalis L.

Die Pflanze:

Der ausdauernde, stark verzweigte Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler wird etwa 20-70 cm hoch. Seine sehr typischen, länglich-eiförmigen oder schmal-elliptischen, olivgrünen bis grünlich-grauen Blätter werden 2-9 cm lang, 1-5 cm breit, jung samtig-filzig behaart, im Alter verkahlend und haben einen fein gekerbten Rand. Das auf der Oberseite leicht eingesenkte Adernetz tritt auf den Blattunterseiten deutlich hervor und verleiht ihnen ein runzeliges Aussehen. Die Blüten sind meistens hellviolett, seltener weiß.


Heimat und Verbreitung:

Der Salbei stammt vermutlich aus Dalmatien und Mazedonien, hat sich im Mittelmeerraum vom Balkan bis zur Iberischen Halbinsel verbreitet und kommt nicht selten verwildert vor. Größere Anbaugebiete findet man in Kleinasien, auf der Krim, in Irland, Südskandinavien, Deutschland, in den USA und in Mittelamerika.

Anbau und Gewinnung:

Aus dem Garten kommt der Salbei für den Küchenbedarf frisch auf den Tisch, während der Großanbau den Markt mit getrockneten, geschnittenen oder manchmal gemahlenen Blättern versorgt.

Das Gewürz und seine Verwendung:

Salbei duftet aromatisch würzig und schmeckt leicht brennend und ähnlich dem Kampfer zusammenziehend. Man verwendet ihn meistens mit anderen Würzkräutern zusammen für Fleisch-, Wild- und Geflügelgerichte, in Suppen (Hamburger Aalsuppe), Fisch- und Wurstwaren. Die italienische Küche hat für Salbei eine große Vorliebe- "Saltimbocca alla romana" sind ohne Salbei undenkbar. Weitere Anwendung findet das würzige Kraut in der Pharmazie und in der Parfüm- und Kosmetikindustrie.

Geschichtliches:

Die typische, mediterrane Pflanze wurde schon im Altertum sorgfältig kultiviert. Man sagte ihr in früheren Jahrhunderten außergewöhnliche Heilkräfte ebenso nach wie die Kraft zu mystischen Gaben. Die eheliche Treue zum Beispiel sollen ein paar Blättchen Salbei bis in die Ewigkeit bewahren.