Rosmarin

Rosmarinus officinalis L.

Die Pflanze:

Der immergrüne, dichtverzweigte Rosmarin-Strauch aus der Familie der Lippenblütler wird zwischen 1 m und 2 m hoch. Er trägt sehr kurz gestielte, linealnadelförmige, 15-35 mm lange, 1,5-3,5 mm breite, an den Blatträndern nach unten eingerollte Laubblätter. Sie haben eine hellgrüne bis dunkelgrüne glatte Oberseite, während die eingerollte Unterseite dicht mit weißlichen Haaren filzig bewachsen ist und die Blattmittelrinne stark vorspringt. Zur Blütezeit hat der Rosmarin auffallende hellblaue Blüten.


Heimat und Verbreitung:

In der typischen Halbstrauchvegetation des Mittelmeeres, der Macchia, ist der Rosmarin, vermutlich aus dem Libanon kommend, beheimatet und überall verbreitet. Man findet ihn heute wild oder angebaut in Spanien, Portugal, Südfrankreich, Italien, Jugoslawien, Griechenland, Tunesien und Marokko, aber auch nördlich der Alpen bis England, in den USA und in Mexiko.

Anbau und Gewinnung:

Wo, vor allem in den wärmeren Gegenden, Rosmarin auf Feldern angebaut wird, erntet man kurz vor, während oder nach der Blüte durch Abschneiden die Triebe, streift die Blätter ab und trocknet sie sofort. Sie werden danach meistens auf 5-10 mm Länge geschnitten und kommen so, seltener noch gemahlen, auf den Markt.

Das Gewürz und seine Verwendung:

Rosmarin duftet und schmeckt durchdringend kampferartig aromatisch. Frisch aus dem Kräutergarten oder getrocknet werden die stark würzenden Blätter vorsichtig dosiert besonders in der italienischen Küche zu Fleischgerichten, Fisch, Kartoffeln, Gemüse und Salaten zugegeben. Außerdem wird Rosmarin in der Pharmazie sowie in der Parfüm-, Getränke- und Kosmetikindustrie gebraucht.

Geschichtliches:

Die Römer kannten bereits den Rosmarin-Strauch, den sie wahrscheinlich aus dem Libanon mitbrachten. Jahrhundertelang, in manchen Gegenden bis auf den heutigen Tag, sagte man dem Kraut geheimnisvolle Kräfte und große Zauberkraft nach. Die Vorschrift über den Kräuteranbau von Karl dem Großen nannte Rosmarin als wichtiges Heilkraut. Zum Würzen wurde es bei uns erst sehr viel später verwendet.