Piment

Pimenta officinalis L.

Die Pflanze:

Der immergrüne, ziemlich schlankwüchsige Piment-Baum aus der Familie der Myrtengewächse wird etwa 6-13 m hoch und trägt eine dunkelgrüne dichte Belaubung aus gegenständig stehenden, großen, lederigen, länglich-eiförmigen, zugespitzten Blättern, deren Mittelrippe auf der Unterseite deutlich hervortritt. An den Zweigspitzen sprießen zahlreiche, weiße Blüten, die in Scheindolden angeordnet sind. Sie bringen grüne, zur Reifezeit rot werdende, kugelige, zweisamige Früchte hervor.


Heimat und Verbreitung:

Das tropische Mittelamerika ist die Heimat des Piment-Baumes. Versuche, ihn auf Java und Sumatra einzubürgern, waren wenig erfolgreich, so daß auch heute noch die Hauptanbaugebiete auf Jamaika, Barbados, den Leeward-Islands, auf Guatemala, Honduras, Mexiko und Brasilien beschränkt bleiben.

Anbau und Gewinnung:

Man zieht die jungen Piment-Bäume aus Samen, seltener aus Stecklingen, die zum erstenmal im 7. und 8. Jahr Frucht tragen. Mit dem 15. Jahr erreicht der Baum seine volle Tragfähigkeit, die er bis ins hohe Alter (er wird mehr als 100 Jahre alt) bewahrt. Der Ertrag von einem großen Piment-Baum liegt unter günstigsten Bedingungen bei ungefähr 45 kg pro Jahr. Man erntet manuell die im Durchmesser ungefähr 5-7 mm großen Beeren kurz vor der Vollreife. (Reife Piment-Körner haben das charakteristische Aroma nahezu verloren.) Sie werden danach etwa 7- 10 Tage lang in der Sonne getrocknet und dann von den Stielen befreit. Die Farbe schwankt zwischen dunkelbraun und rötlich-braungelb, die Oberfläche des Samenkornes ist warzig-rau. Gewöhnlich kommt Piment ganz in den Handel, doch ist er auch gemahlen auf dem Markt.

Das Gewürz und seine Verwendung:

Piment duftet sehr charakteristisch nach einer Kombination aus Nelken, Muskat und Zimt (der englische Name Allspice = Allgewürz deutet darauf hin) und schmeckt nelkenähnlich mit leichter Pfefferschärfe. Man würzt mit ihm Gebäck, Suppen, Soßen, Fisch- und Fleischgerichte und verwendet die Körner in Beizen und Marinaden. Außer in zahlreichen Wurstgewürzen wird Piment auch in der Fleisch- und Fischindustrie verwendet, ebenso in Produkten der Kosmetikbranche und der Getränkeindustrie.

Geschichtliches:

Während die ostasiatischen Gewürze bereits lange vor der Zeitrechnung in Europa bekannt waren, erhielt man von dem Piment erst Kunde, als Columbus mit seinen Schiffen von seiner zweiten Reise zurückkam. Die Spanier sorgten dann allerdings sehr rasch für den verstärkten Anbau in ihren amerikanischen Besitzungen und den Handel in Europa.  Auf den großen spanischen Einfluss weist auch der Name Piment hin, bedeutet doch das spanische Wort "Pimenta" Pfeffer, weil man den Piment-Baum früher für eine Art des Pfeffers gehalten hat.