Petersilie

Petroselium crispum

Die Pflanze:

Die wohlbekannte Petersilie ist ein zweijähriger Doldenblütler der seine aufrechten Stengel und Blütenstände erst im zweiten Jahr entwickelt und dann eine Höhe von etwa 1 m erreicht. Die dunkelgrünen, oben glänzenden, flachen, dreifach fiederteiligen Blätter sind am Fuß der Pflanze länger gestielt, sitzen aber weiter oben den Blattscheiden direkt auf. Die typischen Blütenstände bestehen aus vielen kleinen, gelben Blüten, die zehn- bis zwanzigstrahlig zusammengefaßte Dolden bilden. Aus ihnen reifen kleine bauchige, oval-kugelige oder breit-eiförmige Teilchenfrüchte, die noch an ihren Spitzen die Reste der Griffel tragen. Man unterscheidet die Petersilie in die Unterarten: Blattpetersilie (glatt- und krausblättrige Form) und Wurzelpetersilie, von der die besonders kräftige Pfahlwurzel genutzt wird.


Heimat und Verbreitung:

Vermutlich stammt die Petersilie aus den westlichen Mittelmeerländern. Sie ist heute überall in Eurasien kultiviert oder verwildert ansässig und wird häufig, besonders in Europa und in den USA in großem Maßstab angebaut.

Anbau und Gewinnung:

Es gibt wohl keinen Garten, in dem nicht die Petersilie einen Stammplatz hat und für den täglichen Bedarf an frischen Blättern oder Wurzeln sorgt. Der Großanbau liefert außer frischer Ware zu einem nicht geringen Teil auch die nach der Ernte gereinigten, bei 400 C vorsichtig getrockneten und gerebelten Blätter vornehmlich an die Nahrungsmittel-Industrie. Seit neuerer Zeit ist auch gefriergetrocknete Petersilie auf dem Markt. Die Petersilienwurzeln werden nach der Ernte, sofern sie nicht frisch in den Handel kommen, nach dem Waschen geschnitten und ebenfalls getrocknet, häufig auch anschließend gemahlen.

Das Gewürz und seine Verwendung:

Petersilie ist im Geruch und Geschmack eigenartig würzig-bitter und charakteristisch aromatisch. Sie wird sehr vielseitig in der Küche zum Würzen und Abrunden von Suppen, Fleischgerichten, Salaten, Kartoffel- und Gemüsespeisen, Soßen, Eierspeisen, Fisch, Geflügel und zu Marinaden verwendet. Da die Aromastoffe starke Hitze nicht vertragen, gibt man die Petersilie den Speisen nach dem Kochen zu. Das Kraut und die Wurzel werden außerdem nicht nur als Gewürz, sondern auch als Droge in der Pharmazie genutzt.

Geschichtliches:

Seit mehr als 2000 Jahren ist die Petersilie den Menschen als heil- und würzkräftiges Kraut bekannt und wurde lange vor der Zeitrechnung bereits aus ihrer Wildform kultiviert. Schriften aus dem antiken Rom geben von der bis in die heutige Zeit reichenden Bedeutung der Petersilie ebenso Zeugnis ab wie die Vorschrift Karls des Großen aus dem Jahre 812 für den Anbau von Küchenkräutern.