Majoran

Origanum majorana L.

Die Pflanze:

Das ein-, zwei- oder mehrjährige Kraut wird ungefähr 30-60 cm hoch. Die graugrünen, weißlich bis rötlich überlaufenen und flaumig-filzig behaarten Sprossen tragen kurzgestielte, länglich eiförmige, ganzrandige, beiderseits graufilzige, 5-20 mm lange und 5-10 mm breite Laubblätter. Die kleinen, weiblichen bis rötlichen Blüten sind aus mehreren Blütenblättern zu einem einfachen, tütenförmigen Kelch zusammengewachsen, stehen in ährenförmigen Scheinwirteln und sind von Hochblättern dachziegelartig fast verdeckt. Man unterscheidet zwei Majoran-Arten, den Blattmajoran oder Französischen Majoran und den Knospenmajoran oder Deutschen Majoran. An wärmeren Standorten wie zum Beispiel im Mittelmeergebiet ist Majoran mehrjährig, im kühleren Mittel- und Nordeuropa jedoch nur einjährig und kommt als sogenannter Sommer-Majoran selten zur Blüte und zum Fruchtansatz.


Heimat und Verbreitung:

Der würzige Majoran stammt aus Indien und kam mit arabischen Händlern nach Ägypten und Tripolis. Die genügsame Pflanze breitete sich in Nordafrika und über die Mittelmeerländer aus, drang in Europa nach Norden bis nach Südskandinavien vor und besiedelte über die Türkei und den Balkan auch den Osten Europas. Mit der Kolonisierung Amerikas kam Majoran in die USA, nach Mexiko und nach Argentinien und Chile.

Anbau und Gewinnung:

Majoran eignet sich sowohl für den Gartenanbau als auch zur intensiven Feldwirtschaft, die alleine den großen Bedarf als Droge und Gewürz befriedigen kann. Vor oder während der Blüte wird Majoran geschnitten, behutsam getrocknet und in Rebelwerken gerebelt, indem man Blätter, Knospen und Sprossenden vom Stiel abstreift. Der niedere Wuchs der Pflanze bedingt eine starke Verunreinigung durch Sand, so daß der Majoran sorgfältig gereinigt werden muß. Eine restlose Entfernung kleinster Sandkörnchen ist nicht möglich, weil die zahlreichen Blatthaare das Anhaften der winzigen Partikelchen begünstigen. Majoran kommt gerebelt, geschnitten oder gemahlen auf den Markt. Die Schnittware enthält meistens einen geringen Anteil an Stengeln.

Das Gewürz und seine Verwendung:

Majoran duftet stark und aromatisch, ähnlich dem Thymian, ist aber süßlicher und angenehmer. Der Geschmack ist charakteristisch würzig und leicht brennend. Das würzige Kraut ist ein klassisches Wurstgewürz, insbesondere für Blut- und Leberwurstsorten. Doch auch zum Würzen vieler Fleischgerichte, Ragouts, Kartoffelgerichte, Salate und Suppen wird Majoran gerne in allen europäischen Küchen verwendet.

Geschichtliches:

Den Arabern, die bereits in der Antike den Majoran aus Indien in das Mittelmeergebiet brachten, verdankt er seinen Namen. Er hieß bei ihnen "Marjamie" - das bedeutet "der Unvergleichliche". Seit frühester Zeit ist der Majoran als Würzpflanze bekannt und wurde seit jeher schon als Droge bei Magen- und Darmerkrankungen sowie vielen anderen Leiden eingesetzt.