Liebstöckel

Levisticum officinale K.

Die Pflanze:

Aus einer kräftigen Wurzel schiebt sich die mehrjährige Liebstöckel-Staude mit aufrechtem, röhrigem und oben stark verzweigtem Stengel bis zur Höhe von 2 m. Sie ähnelt mit ihren großen, lederig-fleischigen, zwei- bis dreifach geflederten und zur Spitze zu grob eingeschnittenen oder gezahnten, oberseits dunkelgrünen, unterseits heller glänzenden Laubblättern einer übergroßen Sellerie. Die mittelgroßen Blütendolden lassen oval kugelige, längs gerippte Doppelspaltfrüchte, die noch Reste des Griffels tragen, reifen.


Heimat und Verbreitung:

Man vermutet die frühere Heimat der Liebstöckel-Staude im Orient und zieht besonders Persien in diese Überlegungen ein. Von dort verbreitete sie sich von Süden her über ganz Europa und kam später in die USA.

Anbau und Gewinnung:

Liebstöckel wird überwiegend in Gärten, seltener in Feldkultur angebaut und kommt stellenweise häufig verwildert vor. Die Blätter werden gepflückt und eignen sich sehr gut zum Trocknen, weil die Würzkraft vollkommen erhalten bleibt und bei luftdichter Aufbewahrung auch nach längerer Zeit nicht verloren geht. Häufig werden auch die Liebstöckel-Wurzeln für die pharmazeutische Industrie geerntet.

Das Gewürz und seine Verwendung:

Liebstöckel-Blätter sind stark würzend und deshalb nur sparsam zu verwenden. Sie dienen als Würze für Braten, Ragouts, Soßen, Suppen, Salate und Gemüse. Auch werden sie gerne alleine oder gemischt mit anderen Kräutern zum Einmachen benutzt. Die noch kräftiger aromatische Wurzel kann man zerschnitten zu Suppen zugeben. Wegen ihrer harntreibenden Wirkstoffe findet sie auch in der Medizin Verwendung. In manchen Teilen der Schweiz werden die jungen Blätter und Stengel als Gemüse zubereitet.

Geschichtliches:

Mit den Klostergärten der Mönche kam Liebstöckel aus Südeuropa und drang stetig nach Norden vor. Der Name Liebstöckel ist eine Verballhornung des früheren lateinischen Namens Ligusticum, der sich wiederum auf die damalige Herkunft des Krautes aus Ligurien bezieht. In deutschsprachigen Gegenden wird der Liebstöckel häufig auch Maggikraut genannt, weil er im Aroma der bekannten Suppenwürze ähnlich ist.