Kerbel

Cherifolium cerefolium L.

Die Pflanze:

Der einjährige Kerbel gehört zu den Doldenblütlern und erhebt sich auf runden, feingerillten Stengeln bis etwa 70 cm Höhe. Die zwei- bis dreifach gefederten, hellgrünen Blätter sind zart und weich, oberseits kahl und haben am Blattrand und an den Blattnerven eine borstige Behaarung. Während die unteren Blätter auf langen, ebenfalls behaarten, kräftigen Blattstielen sitzen, entsprießen die oberen Blätter direkt am Stengel aus der Blattscheide. Kerbel blüht in kleinen, unscheinbaren, weißen Blüten, die später schwarze, glänzende, glatte, langgeschnäbelte und nach Anis duftende Teilfrüchte reifen lassen.


Heimat und Verbreitung:

Südosteuropa und das westliche Asien sind die Heimat der Kerbelpflanze, die sich heute über ganz Europa, Nordafrika, Ostasien und ganz Amerika verbreitet hat.

Anbau und Gewinnung:

Überwiegend wird der Kerbel im Kräutergarten für den häuslichen Bedarf gezogen, doch sind auch umfangreiche Feldkulturen für den Großanbau zu finden. Kurz vor der Blüte erntet man das Kraut oder die Blätter. Kerbel kommt frisch aber auch getrocknet und gerebelt in den Handel; beim Trocknen geht allerdings ein Teil der Würzkraft verloren.

Das Gewürz und seine Verwendung:

Frische Kerbelblätter duften stark aromatisch süßlich und haben einen kräftig-würzigen, anisähnlichen Geschmack. Meistens verwendet man ihn frisch in der Küche für Kerbel- und andere Kräutersuppen, würzt mit ihm Fleisch-, Fisch- und Geflügelgerichte, Gemüse, Salate und Soßen. Kerbel paßt neben Dill auch zu frischen Krebsen und ist in der französischen Küche Bestandteil der "Fines Herbes". Weil Kerbel nicht zu stark erhitzt werden darf, gibt man ihn gewöhnlich erst nach dem Kochen den Speisen zu. Getrockneter Kerbel ist nicht ganz so aromatisch. Gute Ware sieht kräftig grün aus und darf keine Stengelteile enthalten.

Geschichtliches:

Die würzige Kerbelpflanze wurde vermutlich durch die Römer in Mitteleuropa eingeführt und wird in Deutschland seit über 400 Jahren angebaut. Sie galt und gilt außer als Gewürz- auch als wirksames Heilkraut.