Kümmel

Carum carvi L.

Die Pflanze:

Wie zum Beispiel Anis, Koriander und Dill gehört auch der Kümmel zur Familie der Doldenblütler. Die Pflanze ist zweijährig, wird etwa 60- 100 cm hoch und trägt gleichmäßig gefiederte Blätter. Die zahlreichen Blüten stehen in einer dichten weißen Dolde und haben kleine, einwärts gebogene Blütenblätter. Die aus ihnen gereiften typischen Doppelspaltfrüchte teilen sich leicht in 4-6 mm lange, schwach sichelförmig gebogene, schlanke und zugespitzte Einzelfrüchte, die längsseitig 5 deutliche helle Rippen mit dazwischenliegenden dunklen Tälchen aufweisen.


Heimat und Verbreitung:

Kümmel ist ein Kosmopolit- es gibt ihn auf der ganzen Welt, über die er sich, aus seiner ursprünglichen Heimat (Europa und gemäßigtes Asien) kommend, schon vor vielen tausend Jahren ausgebreitet hat. Bedeutende Anbaugebiete sind heute in Südfrankreich, Holland, England, Mitteldeutschland, in Schweden und in der UdSSR zu finden.

Anbau und Gewinnung:

Es überwiegt der feldwirtschaftliche Großanbau, doch wird Kümmel auch in vielen Kräutergärten zu finden sein. Zur Reifezeit im 2. Jahr wird der Kümmel auf den Feldern mit Gras- oder Bindemähern geschnitten, anschließend gedroschen und unter häufigem Wenden sorgfältig getrocknet. Er kommt dann ganz oder gemahlen in den Handel.

Das Gewürz und seine Verwendung:

Die Kümmel-Samen duften sehr charakteristisch und angenehm und schmecken ebenso charakteristisch beißend würzig. Das ausgeprägte Kümmelaroma eignet sich vor allem für Brot und Backwaren, für Fleischgerichte und Gemüse, insbesondere für Sauerkraut und andere Kohlgerichte, für Salate und Kartoffeln. In vielen Wurstgewürzmischungen ist Kümmel enthalten und er wird gerne für alkoholische Getränke verwendet. In einigen Gegenden sind auch die jungen Blätter mit ihrem milden Aroma geschätzt und werden zum Würzen von Suppen und Salaten genutzt.

Geschichtliches:

Es ist anzunehmen, daß Kümmel das älteste in Europa verwendete Gewürz Oberhaupt ist - man fand ihn in den Überresten jungsteinzeitlicher Pfahlbauten. Karl der Große schrieb u. a. den Anbau von Kümmel im Jahre 812 für seine Maierhöfe vor und die weite Verbreitung des Kümmels im Mittelalter in ganz Europa von Sizilien bis zur nördlichen Baumgrenze bezeugen viele Urkunden und Handschriften.