Anis

Pimpinella anisum L.

Die Pflanze:

Anis gehört wie zum Beispiel Dill, Kümmel und Koriander zur artenreichen Familie der Doldenblütler. Die einjährige krautige Pflanze wird etwa 50-60 cm  hoch, hat an ihrem Fuß langgestielte, rundliche und gezähnte Blätter die weiter oben kürzer gestielt und tief gespalten sind. Aus den in typischen Dolden stehenden kleinen, weißen Blüten bilden sich charakteristische eirunde Doppelspaltfrüchte. Sie sind 3-6 mm lang, 2,0-2,5 mm breit und hängen meistens noch an ihrem 2-12 mm langen dünnen Stielchen. Ihre Farbe schwankt je nach Herkunft zwischen hellgraugrün bis graubräunlich. Deutlich heller sind die 5 nur wenig vorspringenden kantigen Hautrippen jeder Teilfrucht.


Heimat und Verbreitung:

Die genaue Heimat der Anispflanze ist nicht bekannt. Sie kommt vermutlich aus dem Orient und ist eine in den Mittelmeerländern schon lange bekannte Kulturpflanze. In größerem Umfang wird Anis heute besonders in Spanien und Italien angebaut. Aber auch in Südfrankreich, Deutschland, den Balkanländern, in der Türkei, Russland und in Indien sowie in Mittel- und Südamerika ist Anis verbreitet.

Anbau und Gewinnung:

In manchen Ländern zieht man Anis für die heimische Küche im Kräutergarten. Der Großanbau geschieht jedoch in Feldwirtschaft. Zur Reifezeit werden die Pflanzen mit Gras- oder Bindemähern geschnitten. Das Mähen findet meist bei trüber Witterung oder in den Morgenstunden statt, damit die Früchte nicht vorzeitig ausfallen. Nach dem sich anschließenden Dreschen wird die Anissaat mehrfach gereinigt, um Staub oder anhaftende Erdklümpchen zu entfernen.

Das Gewürz und seine Verwendung:

Anis riecht angenehm süß-aromatisch, schmeckt würzig-frisch und wird vor allem in Backwaren (besonders in der Weihnachtszeit), zu Süßspeisen und Einmach-Obst verwendet. Größere Bedeutung hat Anis auch in der Getränkeindustrie für die Likörherstellung.

Geschichtliches:

Anis war bereits in antiker Zeit in Ägypten, Syrien, Griechenland und Zypern als Heil- und Gewürzpflanze bekannt. Davon zeugen Erwähnungen in ägyptischen Papyrusrollen um 1500 v. Christus ebenso wie in Schriften griechischer und römischer Autoren, unter ihnen Dioskurides und Plinius d. Ältere. Mit den Benediktinern kam Anis zur Zeit Karls des Großen auch über die Alpen. In alten deutschen Kräuterbüchern werden der aromatischen Anissaat eine Vielzahl von Heilwirkungen nachgesagt.